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Abnehmen – Kritik
Über alles, was man beim Abnehmen so falsch machen kann

Nahrungsergänzung statt gesunder Ernährung

Menschen mit Diäterfahrung kennen das: Zuerst geht es einem richtig gut, aber schon nach kurzer Zeit ändert sich das ziemlich gründlich. Je weniger man isst, umso schlechter wird die Laune und die Konzentrationsfähigkeit, die Verdauung streikt, man wird schlapp und müde, Haut und Haare sehen irgendwie nicht gut aus, Fingernägel brechen ab, die Liste der möglichen Nebenwirkungen ist lang. Aber wer um jeden Preis abnehmen möchte, der nimmt das in Kauf. Oder zieht jedenfalls nicht den Schluss, dass er mehr, oder auch nur mehr gesunde Lebensmittel, essen müsste. Nahrungsergänzungen sollen es richten.

Es gibt ja schließlich alles auch in Pillen- und Pulverform. Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, diverse sonstige Stoffe, die mit den unterschiedlichsten Versprechungen verbunden sind. Manch einer ist gleich ganz konsequent, und verzichtet völlig auf normale Nahrungsmittel, um sich ausschließlich von angerührtem Pulver zu ernähren.

Was in der Theorie so einleuchtend erscheint, funktioniert in der Praxis regelmäßig nicht. Natürliche Lebensmittel enthalten eine derart riesige Vielzahl an Stoffen, in jeweils ganz einzigartiger Kombination, dass es schlicht unmöglich ist, das durch Pillen und Pulver zu simulieren. Hinzu kommt, dass sich die Hinweise mehren, dass künstliche Vitamine und andere Stoffe nur scheinbar dasselbe sind, dass sie stattdessen unter Umständen sogar die gegenteilige Wirkung entfalten können, dass sie schlicht ungesund bis gesundheitsgefährdend sein können. Welche Umstände das sind, ist noch nicht in allen Fällen klar, man kann sich also nie sicher sein.

Vieles ist auch schlicht unsinnig. Sich so kalorienarm wie möglich zu ernähren, um dann Eiweiße, Kohlenhydrate und manchmal auch Fette in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zu sich zu nehmen, hat schon fast komische Aspekte. Denn auch Nahrungsergänzungen können Kalorien haben, oft sogar nicht zu knapp.

Aber abgesehen davon, dass eine solche Ernährungsweise richtig teuer ist, wirkt sie auch nicht so wie gewünscht. Die schlechte Laune bleibt, der Hunger wird immer stärker, die Rückfälle immer häufiger, bis es irgendwann garnicht mehr geht. Dann kommt auch noch der JoJo-Effekt. Und nach einigen Wochen bis Monaten beginnt das Ganze dann wieder von vorn.

Die gezielte Zufuhr von Stoffen, die dem Körper nachweislich fehlen, kann eine geradezu durchschlagende Wirkung haben. Zum Beispiel kann ein Folsäuremangel in der Schwangerschaft zu schweren Missbildungen beim Kind führen. Ein Vitamin-D-Mangel kann die Knochengesundheit gefährden und das Immunsystem schwächen. Eine Substitution dieser Vitamine vermeidet die Mangelsymptome vollständig, hat also eine enorme Wirkung. Das gilt für eine ganze Reihe von Stoffen.

Üblicherweise wird aber nicht zuerst getestet, welche Stoffe fehlen, sondern es werden einfach die buntesten Pillen eingeworfen. Oder die mit den schönsten Versprechungen. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass der Körper nur dann von zusätzlichen Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Substanzen profitiert, wenn sie ihm fehlen. Überschüsse werden dagegen schlicht ausgeschieden, wirken sich in manchen Fällen auch schädlich aus. Ein wahlloses Einnehmen irgendwelcher Pillen vermeidet die Mangelsymptome also nur manchmal, wenn es zufällig gerade passt. Viel hilft auch nicht viel, sondern zuviel ist eben zuviel, überflüssig bis schädlich.

Solche Probleme kann man einfach vermeiden, indem man sich von natürlichen Lebensmittel ernährt, die entgegen verbreiteten Vorurteilen alle Nährstoffe enthalten, die der Mensch so braucht. Wer nicht immer dasselbe isst, sondern sich möglichst abwechslungsreich von möglichst frisch zubereiteten Mahlzeiten ernährt, der braucht keine Mangelerscheinungen zu fürchten und kann langsam, dafür aber aber nachhaltig abnehmen. Ohne Hunger, ohne Mangel, ohne Stress. Nahrungsergänzung ist dann gänzlich überflüssig.

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