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Abnehmen – Kritik
Über alles, was man beim Abnehmen so falsch machen kann

Schlechte Laune

Am Anfang ist alles ganz toll. Im gleichen Maße, wie die Kilos purzeln, steigt die Stimmung, bis sie geradezu euphorische Höhen erreicht. Abnehmen kann richtig toll sein. Zumindest am Anfang. Dies ist die Zeit, in der der erfolgreiche Abnehmer mit guten Tipps um sich wirft und herablassend auf diejenigen herunterblickt, die weniger erfolgreich sind als er.

Nur leider bleibt das nicht so. Die Abnahme stagniert, der Hunger macht sich bemerkbar, die Lust auf Süßes wird übermächtig. Frust und schlechte Laune werden unübersehbar.

Viele reagieren darauf mit dem Versuch, noch disziplinierter zu sein, mit noch weniger Essen und noch mehr Sport. Was direkt in einen Teufelskreis mit noch mehr schlechter Laune, noch weniger Erfolgserlebnissen führt. Das Ende der Diät oder des Abnehmversuchs ist dann bereits absehbar.

Natürlich ist es verständlich, wenn man in der Situation den Packen hinschmeißt, schließlich ist offensichtlich kein Erfolg zu erzielen. Es ist verständlich, aber nicht vernünftig.

Vernünftig ist, sich die ganze Situation mal aus etwas größerer Distanz zu betrachten, so als wäre jemand anders betroffen. Dann wird der Fehler schnell offensichtlich und kann behoben werden.

Wer zuwenig isst, oder auch nur, wer zuwenig Kohlenhydrate isst, der riskiert, dass sein Gehirn, wenn auch nur minimal, mit Zucker unterversorgt wird. Das Gehirn braucht Zucker oder Kohlenhydrate, es kann nicht mit Eiweiß oder Fett ernährt werden. Wenn zuwenig davon da ist, sind kognitive Veränderungen die Folge, Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit, schlechte Laune und Reizbarkeit. Wenn zuwenig davon da ist, schaltet das Gehirn deshalb in eine Art Alarmzustand, der den Inhaber dieses Gehirns zum Essen auffordert, vor allem zum Essen von Kohlenhydraten, bevorzugt die schnellen, süßen. Bedingt durch die Reizbarkeit und schlechte Laune hat man diesen Anwandlungen wenig entgegenzusetzen.

Es lässt sich also alles erklären. Und aus der Erklärung folgt dann auch schon der Ausweg. Nicht noch mehr Disziplin und Verzicht, sondern weniger davon. Nicht sich selbst als Versager ansehen, sondern anders und vernünftig handeln. Genug und ausgewogen essen, nur wenig unter dem Bedarf, moderat Sport treiben ohne übertriebenen Ehrgeiz, dann bleibt die gute Stimmung erhalten und das Abnehmen lässt sich so lange durchhalten, bis der gewünschte Erfolg erzielt ist. Es dauert etwas länger, es ist etwas weniger glamourös, aber dafür funktioniert es tatsächlich.

Schlechte Laune beim Abnehmen muss nicht sein, sie ist im Gegenteil ein Zeichen dafür, dass man etwas falsch macht.

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